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Das Markenzeichen der Quantentheorie

Oklo (Gabun), vor fast zweí Milliarden Jahren, ein unterirdisches
Uranvorkommen. Wasser dringt ein. Die beim Zerfall
von Uran-235-Kernen freigesetzten Neutronen werden durch
das Wasser abgebremst, eine Kettenreaktion kommt in Gang.
Einige hunderttausend Jahre lang läuft ein Kernreaktor unter
dem afrikanischen Kontinent.
Pierrelatte im Departement Drôme (Frankreich), 1972, in
einer Urananreicherungsanlage. Bei der Analyse von Gesteinsmaterial
aus den Minen von Gabun bemerkt ein Techniker,
dass die Proben eine ungewöhnliche Zusammensetzung aufweisen.
Es dauert nicht lange, bis die Ursache klar wird, das
Geheimnis von Oklo war gelüftet. Zwar hatte Enrico Fermi
dreißig Jahre zuvor in Chicago den ersten von Menschenhand
geschaffenen Kernreaktor in Betrieb genommen, die Natur war
ihm aber um Längen zuvorgekommen.
Die prähistorischen Reaktoren in Oklo und dem benachbarten
Bangombé sind trotz ihrer Einzigartigkeit heute durch
Uranabbau fast vollständig zerstört. Dabei eröffnen sie die
seltene Gelegenheit zu studieren, wie sich bestimmte physikalische
Vorgänge vor zwei Milliarden Jahren abgespielt haben.
Warum aber kann es für den Physiker überhaupt interessant
sein, so weit in die Vergangenheit zurück zu blicken?

 

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Copyright © 2006     Stand: 28. September 2009