Sind Naturkonstanten eigentlich konstant? - Teil 5
Eine Analyse der prähistorischen Daten von Oklo
zeigt beruhigenderweise, dass ihr Wert vor zwei Milliarden
Jahren der gleiche war wie heute. Mehr über die Vergangenheit
der Feinstrukturkonstanten lässt sich mit Hilfe von Quasaren
erfahren. Diese astronomischen Objekte sind aufgrund
ihrer großen Entfernung von der Erde sehr gut geeignet, um
noch weiter in die Vergangenheit zu schauen. Dabei zeigen
neuere Analysen zwar im Wesentlichen keine Hinweise auf
eine zeitliche Veränderung der Feinstrukturkonstanten. Allerdings
gibt es einen bestimmten Zeitbereich, in dem die experimentellen
Daten nicht mit einer konstanten Feinstrukturkonstanten
in Einklang sind. Wie ernst diese Abweichungen
zu nehmen sind, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt abzuwarten.
Die Feinstrukturkonstante, deren Vergangenheit wir so gut
kennen, ist eigentlich eine Kombination von drei anderen
Naturkonstanten. Zwei von ihnen haben wir schon kennen
gelernt: die Lichtgeschwindigkeit und die Elementarladung.
Der dritte Bestandteil war am Ende des 19. Jahrhunderts noch
vollkommen unbekannt, als viele schon der Meinung waren,
die Physik sei praktisch abgeschlossen und es gäbe nichts
wesentlich Neues mehr zu entdecken. So wurde es 1874
auch dem damals sechzehnjährigen Max Planck gesagt, der
Rat bei der Wahl eines Studienfaches suchte. Letztendlich
entschied er sich doch gegen Musik und Altphilologie und
nahm das Studium der Physik auf, eine gute Wahl, wie wir
bald sehen werden. Denn es gab noch ein paar ungelöste Probleme. . .
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