Sind Naturkonstanten eigentlich konstant? - Teil 4
Die prähistorischen Reaktoren von Oklo und Bangombé
erlauben es uns, den Wert zu bestimmen, den die Feinstrukturkonstante
vor zwei Milliarden Jahren hatte. Diese Naturkonstante
wurde erst 1915 von Arnold Sommerfeld im Zusammenhang
mit quantentheoretischen Überlegungen zum
Wasserstoffatom eingeführt. Der Wert der Feinstrukturkonstanten
beträgt etwa 1/137. Sie ist jedoch auf zehn Stellen genau
bekannt. Um Ähnliches beim Erdumfang zu erreichen, müsste
man diesen auf ein paar Millimeter genau vermessen. Die enorme
Präzision, mit der man die Feinstrukturkonstante kennt,
ermöglicht es, dass die Quantenelektrodynamik, also die
Quantentheorie der elektromagnetischen Wechselwirkung, die
am besten überprüfte physikalische Theorie ist.
Um die Wichtigkeit der Feinstrukturkonstante in der Physik
zu testen, genügt es übrigens, gegenüber einem Physiker die
Zahl 137 zu erwähnen. Ein Mathematiker mag dabei vielleicht
an Primzahlen denken, einem Physiker wird sicherlich
sofort die Feinstrukturkonstante einfallen.
Wie steht es nun um die Konstanz der Feinstrukturkonstanten?
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